Jehova Rapha Clinic II Klinischer Jahresbericht 2019 + Einblicke

Einleitung:

Jehova-Rapha II (JR II) Gesundheitsklinik ist ein Krankenhaus, das sich auf der weit abgelegenen Halbinsel Tongolo in der Gemeinde Tongolo vom Stadteil Nyenga im Buikwe Bezirk befindet. Wir dienen unter Vision for Africa International und momentan arbeiten wir an einem Level von Gesundheitswesen III, das beinhaltet: Vorsorge, gesundheitsfördernde Maßnahmen, ambulante Patientenversorgung, Schwangerenbetreuung und Geburtenhilfe, Kindesgesundheit, stationäre Gesundheitsleistungen, Laborleistungen. Zudem bieten wir extra Leistungen wie Ultraschall, Notfallambulanz und ein paar kleine – im Rahmen des Möglichen durchführbare – Operationen. Wir behandeln, Gott heilt.


 

Unsere Mitarbeiter:

Das Jehova-Rapha II Klinik Team besteht momentan aus 15 Personen: zwei Ärzten, drei Krankenschwestern, zwei Hebammen, einem Laboranten, einer Krankenschwester für Patienten aus der benachbarten Gegend, einem Klinik Buchhalter, zwei Wachleuten, zwei Reinigungskräften und einem Koch.


 

Allgemeine Leistung:

14288 Patienten besuchten im vergangenen Jahr 2019 unsere Klinik, um gesundheitliche Hilfeleistungen zu bekommen. 9309 erhielten ambulante (OPD) oder stationäre (IPD) medizinische/ chirurgische Hilfe, 3426 erhielten gesundheitliche Mutterschafts- und Kindesversorgung (MCH), 1564 erhielten zahnmedizinische Hilfe. Das Jahr 2019 hatte im Vergleich zum Vorjahr 2018 einen fast doppelt so hohen Patientenansturm.

 

 

Patientenkategorien:

Leute aus umliegenden Dörfern 64%

Schüler/innen aus dem VfA Patenschaftsprogramm 20%

VfA Mitarbeiter 6%

Mitarbeiterkinder/ -Ehepartner 5%

Schüler/innen, die nicht im VfA Patenschaftsprogramm sind 4%

Hilfe für Bedürftige 1%

 

 

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Abteilungsspezifische Aktivitäten:


 

1. Ambulante Patienten (OPD):

Von den 9309 Patienten waren 44.5% männlich und 55.5% weiblich.

Malaria ist das größte Gesundheitsproblem geblieben, es waren 3596 Personen (38.6% der gesamten Krankheitsbeschwerden). Gefolgt von Gastritis (7.6%), Hautproblemen (7.5%), Pneumonia (6.1%) und Harnwegsinfektionen (5%). Wir hatten 52 Masern Fälle dieses Jahr, aber diese Zahl hatte sich progressiv reduziert bis auf Null Fälle im letzten Monat von 2019. Alle Patienten wurden erfolgreich behandelt.

 

Wir verlegten 232 Patienten von der Klinik: 46 mit schwerer Blutarmut/ großem Blutverlust, 32 für außer-geburtliche Chirurgie, 40 für HIV/Aids Behandlung, 11 Kinder für ernährungs-Rehabilitation (Unterernährung) und 40 Patienten brauchten Röntgen. Die anderen herkömmlichen Gründe für eine Verlegung beinhalteten klinische Chemie, Tuberkulose, CT Scans und andere Formen spezieller Behandlungen.


 

2. Stationäre Patienten:

Wir hatten und behandelten erfolgreich 375 stationär aufgenommene Patienten.


 

3. Geburtenhilfe und Kinderkrankheiten:

  • 3426 Menschen wurden betreut

  • 1311 vorgeburtliche Hilfe (ANC) – diese Zahl hat sich fast verdreifacht im Vergleich zum vergangenen Jahr

  • 334 erfolgreiche Geburten

Wir hatten sechs Frühgeburten, die wir in ein Neonatales Zentrum für Frühgeburten transferierten, zwei Todgeburten, sieben Mütter, die nachgeburtliche schwerwiegende Blutungen hatten aber geheilt werden konnten, eine davon wurde zur Bluttransfusion verlegt. Alle anderen Babies und Mütter wurden gesund und in gutem Zustand nach Hause geschickt. Wir hatten keine Todesfälle von Müttern und keine Neugeborenen, die starben.

Wir verlegten 30 schwangere Frauen zum Kaiserschnitt und vier mit molaren Schwangerschaften.

 

Wir führten 35 Dilatationen und Kürettagen nach komplizierten Abtreibungen durch, 448 Frauen erhielten Familienplanungsmethoden von unserer Einrichtung, 1162 Kinder wurden bei uns geimpft.

 

 

4. Labor:

Wir führten 84377 Laboruntersuchungen durch. Die herkömmlichsten Untersuchungen im vergangenen Jahr waren Malaria Mikroskopie und schnell-diagnostische Tests (RDTs) (insgesamt 7617 Tests mit 3863 positiven Ergebnissen). Dem folgten Urinanalysen (2433), Typhustests (1026), H. Pylori (700), Schwangerschaftstests (511), HIV Tests (553, 40 Positive mit weiterer Beratung/ Behandlung), Blutzucker (507) und komplettee Blutbilder (439).


 

5. Radiologie: 

Wir führten 414 Ultraschalluntersuchungen während dieser Periode durch, 251 wurden an schwangeren Frauen durchgeführt.


 

6. Zahnärztliche Versorgung: 

Zusammen mit Hope Smiles International -Jinja, wir führten vier große zahnärztliche Camps und wir hatten zwei-wöchentlich einen Zahnarzt bei uns. Während dieses Services hatten wir 1554 Patientenbesuche: 1231 allgemeine Untersuchungen und 261 Problem-Überprüfungen. Vorgenommene Behandlungen beinhalteten 1538 mal Zähneziehen, 56 einfache Reinigungen, 487 tiefe Reinigungen, 8 Fluorbehandlungen, 354 Silberfluoridebehandlungen, 84 Kombinations-Füllungen, 113 Glasionome Füllungen, 35 Zinkoxide Eugenol Füllungen, 32 Amalgam Füllungen, und 15 Wurzelkanäle.


 

7. Operationen:

Wir führten 75 kleinere Operationen im Jahr 2019 durch. Diese schließen 38 Inzisionen & Drainage Prozeduren, sieben Herniorrhaphien, zehn chirurgische Toilette- & Nahtversorgungen, drei medizinische männliche Beschneidungen, 2 Thoracentesien, kleine Massenexzisionen und Biopsien, Wundausschneidungen, Vorhauterweiterung und suprapubische Katheterisierungen. Aufgrund des komplizierten Verlegungssystems an andere Spitäler, improvisierten wir mit einem mini OP-Saal in unserem Behandlungs- oder Gebärzimmer. Wir verlegten 36 Patienten, deren chirurgische Bedingungen eine Umgebung mit sterilerem OP Saal bedurften.


 

8. Nächstenliebe Einsatz: 

Wir führten 25 Dorfeinsätze durch und besuchten 253 Haushalte für Gesundheitsaufklärung und gesundheitsfördernde Maßnahmen. Während der Einsätze impften wir 1981 Kinder einschließlich derer, die Teil des Nationalen Massen-Impfprogramm gegen Masern, Röteln und den Rota Virus. Wir entwurmten 470 Schulkinder, untersuchten 48 schwangere Frauen und boten 57 Frauen Familienplanungsmethoden an.


 

9. CMEs: 

Wir hatten 20 weiterführende medizinische Bildungseinheiten für die Klinik Mitarbeiter.


 

10. Administration: 

Wir feiern noch immer die Gemeinschaft und die großartige Zusammenarbeit und die Unterstützung zwischen den verschiedenen Abteilungen, so auch dem technischen Team und dem unterstützenden Klinikpersonal. Wir begannen das Jahr mit elf Team Mitgliedern und jetzt sind wir 15. Dass es bei uns so gut läuft haben wir nicht zuletzt der Unterstützung der anderen Abteilungen in Vision for Africa zu verdanken, zum Beispiel dem Gebetsberg für Leiter, der Berufsschule Tongolo und dem Mt. Galilee Kinderwerk. Wir sind ermutigt von der Unterstützung der VfA Administration in Mukono.


 

Besondere Zeugnisse: 

 

*** Wir haben zumindest  schon ein helles Licht gesehen für unsere Vision, das Klinikangebot zu erweitern auf die verzweifelten umliegenden Dörfer: Dafür haben bereits viele Menschen gespendet. Freunde aus Europa spendeten 100.000 Euro für den Bau und das Zubehör eines Operationssaals für die Jehova Rapha II Klinik. Das Gesundheitsministerium hat außerdem 200 Millionen Uganda Schilling für den Bau einer neuen Geburtsklinik zugesagt.

 

*** Unsere Solaranlage wurde repariert und versorgt uns momentan 24/7 ohne Ausfälle.

 

*** Wir haben jetzt einen Flatscreen Fernseher in unserer Einrichtung – ein großartiges Bildungsmedium für unsere Patienten im Wartebereich.

 

*** Wir haben bereits großen Einfluss auf unsere Dorfgemeinscahft: In der ersten Hälfte von 2019 starben drei Mütter als Ergebnis einer Hausgeburt; zum Zeitpunkt ihres Eintreffens in unserer Klinik konnten wir sie nur zu Krankenhäusern mit Operationssäälen weiter schicken. Aber auch diese Krankenhäuser hatten ungnädige Verspätungen, so brauchten sie über eine Stunde, um sogar die Mutter in sterbendem Zustand zum OP Saal zu bringen, weil Sauerstoffversorgung, Bluttransfusionen oder chirurgisches Material im Krankenhaus nicht zur Verfügung war. So verloren die armen Frauen ihre Leben und hinterließen verzweifelte Waisenkinder. Zwei dieser Mütter kamen aus unserem Nachbardorf Nagulwe. Auch viele andere Hausgeburten verliefen tödlich, insbesondere für die neugeborenen Babies. Durch intensive Dorf-Einsätze und Hausbesuchsprogramme, zusammen mit der Gesundheitsaufklärung und vorgeburtlichen Untersuchungen, versuchen wir so gut und schnell wie möglich die Plage der Todesfälle von Müttern und Neugeborenen zu verringern.

 

In der zweiten Hälfte des Jahres starb keine Mutter in unserem Dorf aufgrund einer Hausgeburt. Vermehrt kamen Frauen, um in unserer Klinik zu gebären und Gott hat sie nicht enttäuscht: Sie gingen gesund und lächelnd aus unserer Klinik mit ihren aktiv strampelnden, gesunden Babies im Arm und fühlten sich geliebt. Auch jene, die in andere Spitäler weitergeleitet werden mussten waren rechtzeitig dran und es ging zeitlich trotz komplexer Schwierigkeiten seitens der Spitäler und Verspätungen alles gut. Trotzdem gibt es noch viele Hausgeburten in unseren Dörfern. In der letzten Hälfte in 2019 hatten wir viele Mütter, die ihr Kind fast verloren hätten und vier zuhause geborene Babies (von denen wir es wussten), starben aufgrund von hohem Blutverlust oder schwerwiegenden Infektionen.

 

Mutonyi eine 19 Jahre junge Dame gebar ihr zweites Baby von Zuhause aus gegen 3 Uhr morgens, mit Hilfe ihrer Mutter; doch die Plazenta kam nicht heraus. Sie blutete massiv und als sie zu uns gebracht wurde (am nächsten Tag um 6 Uhr morgens) war sie bewusstlos, im 4. Stadium des haemorrhagischen Schocks mit nicht messbarem Blutdruck und weiter stark blutend. Wir injektierten ihr drei Liter Kochsalzlösung durch zwei große Kanülen und nahmen eine mechanische Plazenta Entfernung vor. Wir bekamen die Blutung unter Kontrolle und sie hat sich langsam erholt bis zur Entlassung. Dem Baby ging es glücklicherweise gut.

 

Wir danken Gott für ihr Leben.


 

Unsere Vision ist NULL HAUSGEBURTEN! 

Aber wir danken Gott für den bisherigen Erfolg.


 

*** Wir sind dankbar für die Freunde, die uns mit Geldern für unser Gesundheits-förderungsprogramm unterstützten.


 

*** Manche Personen müssen an der Hand genommen werden:

 

Eine arme Frau namens Zuula, Mutter von fünf Kindern, verheiratet mit einem Witch Doctor (dämonischer Zauberdoktor) gebar ein 1kg leichtes Baby in der 28. Schwangerschaftswoche. Der Ehemann wollte das Baby nach Hause nehmen, ohne jeder Hoffnung auf ein Überleben des Kindes. Wir bestanden jedoch darauf das Kind in ein Neonatales Zentrum für Frühgeburten zu bringen, doch der Ehemann wurde bitter und zornig und ließ das Kind und die Mutter bei uns. Wir brachten Zuula unter und hielten den Kontakt auch mit der Klinik, in der das Baby untergebracht hatten. Gott sei alle Ehre, Zuulas Baby lebt! Jetzt ist es 6 Monate alt und wiegt 3,5 kg und ist bei guter Gesundheit.

 

 

*** Die zahnärztlichen Dienste, die wir zusammen mit Hope Smiles International durchgeführt haben waren ein Segen für unsere Dörfer. Wir sind dankbar für die Spenden aus Europa, die diese Arbeit unterstützen.


 

Herausforderungen: 

Mit steigendem Druck des mehr werdenden Patientenansturm, merken wir, wie sehr wir mehr Personal bräuchten. Wir können noch immer keine lebensrettenden Notoperationen und Bluttransfusionen durchführen, was aufgrund der vielen verspätet ankommenden Patienten und dem komplizierten Weiterleitungsprozess (an andere Spitäler), zu vielen Todesfällen geführt hat. Wir können keine HIV Versorgung und Tuberkulose Behandlungen durchführen. Wir haben großen Platzmangel in der Geburtenstation. Wir haben ein Problem mit der Entsorgung von medizinisch scharfem Müll, der verbrannt werden muss. Unsere Mitarbeiterzimmer sind voll ausgelastet; ein paar Mitarbeiter schlafen draußen aus Platzmangel. Außerdem fehlen uns folgende lebensrettende Ausstattung:


 

> Ein Ersatz-QBC-Microskop. Das aktuelle wurde mehrfach repariert und wenn es wieder Probleme macht, stecken wir fest ohne ein Ersatz-Mikroskop.

> Haemoglobinometer, um die enge Spanne der CBC Maschine zu überbrücken, bis wir eine bessere haben.

> Decken-Fokuslampe für den Behandlungsraum

> Doppler Fetoskop für unsere Geburtenstation

> Batterie für unser automatisiertes Gebärbett (die momentanen Batterien sind leer und das Bett kann nicht mehr gekippt werden).

> Röntgengerät

> Wir kämpfen noch immer mit Telekommunikationsmitteln in der Klinik, weil wir kein stabiles Netzwerk haben und unser WLAN Netzwerk ist seit langem aus.


 

Empfehlungen: 

Mit großer Hoffnung freuen wir uns auf die neue Einrichtung des Jehova Rapha II Dorfkrankenhaus mit Chirurgie, Geburtenklinik und Mitarbeiterwohnungen. Das wird die meisten unserer Platzprobleme sowohl bei den Müttern als auch beim Personal lösen.

Wir freuen uns auch über erweiterte Personalressourcen, um unserer Patientenauslastung gerecht zu werden. Wir werden das nach und nach über das neue Jahr hinweg verbessern.

 

Das Folgende sollte bitte auch in unmittelbaren Betracht gezogen werden:

 

> Bau einer Verbrennungsanlage

> Sicherstellen, dass wir die sehr dringend benötigte Ausstattung bekommen, wie das Ersatz QBC Mikroskop, Haemoglobinometer, eine bessere CBC Maschine, Decken Fokus Lampe, Doppler Fetoskop, Batterie für unser automatisiertes Gebärbett, Röntgengerät.

> Einrichtung für Durchführung von Bluttransfusionen.

> Einrichtung für HIV/AIDS Versorgung und Tuberkulose Behandlungen.

> Verbesserung der Telekommunikationsmittel und des WLAN Netzwerks.


 

Jede Unterstützung für dieses Ziel wird äußerst wertgeschätzt!


 


 


 



 

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