Karamoja Bericht: Was bisher geschah

 

Volker und Ruth Sasse aus Deutschland, die momentanen Leiter der Arbeit von VfA in Karamoja berichten von den aktuellen Geschehnissen Vorort und geben euch einen Überblick über das Projekt und das Leben in Karamoja.

 

Dr. Volker Sasse berichtet:

 

Seit dem Ende der Weihnachtsferien sind wir kontinuierlich in Karamoja und haben bis auf wenige Tröpfchen keinen Regen gesehen. Es gab sogar einige Tage an denen unsere Trinkwasserversorgung jeweils für 12 Stunden ausfiel.

Leider war unser neues Wohnheim OASIS (das Internat für die Kindergartenkinder) zu Beginn des Schulterms im Februar nicht bezugsfertig, aber in diesem Monat März wollen wir unsere inzwischen 250 Kinder einziehen lassen und bis Anfang Mai bei uns behalten.

Inzwischen haben wir 2 tatkräftige junge Männer als Volontäre bei uns. Sie übernehmen viele handwerkliche Aufgaben uvam. Sie haben unser von Ruth künstlerisch gestaltetes Welcome-Board sowie das von uns entwickelte Solar-Kreuz montiert. Mit den Mitarbeitern haben wir inzwischen eine Predigtreihe begonnen, die u.a. ergeben soll wer die entsprechende Begabung hat. Auch einen Alphakurs haben wir mit ihnen gestartet. Zwischendurch hatten wir ein gefährliches Erlebnis mit einer Kobra, die unsere Kirche während des Putzens besuchte und die ich (Volker) mit einem Besen erschlug. 

 

Unser Gelände habe ich beflogen, um damit das erste Mal einen Überblick mit einer Collage aus vielen Einzelbildern zu erstellen. Der Senager Compound hat mittlerweile 33 alte Bewohner in 25 Hütten.

Karamoja ist ein semi-arides, flaches savannenartiges Grasland. Um den Mangel an Wasser zu überwinden, haben wir 3 Bohrlöcher, von denen das zweite im Main Compound jetzt gerade mit einer Pumpe versehen werden soll. Wir wollen damit die Abhängigkeit vom knappen Regenwasser überwinden.

Aufgrund des permanent starken Windes samt hoher Sonneneinstrahlung evaluieren wir ein Greenhouse–Projekt. Dazu sind wir mit der GIZ in Kontakt getreten und werden uns in nächster Zeit abstimmen. Im obigen Plan sieht man die beiden Pumpen P1 und P2. Damit sollen nun nicht nur die Trinkwasser- sondern auch die Regenwassertanks gefüllt werden. Später können wir dann wie im rechten Beispiel eines Greenhouses in Garten 1 und 2 Obst und Gemüse mit Tröpfchen gezielt bewässern.

Mit Robert Elolu und seiner Frau Anita haben wir ein wunderbares Verhältnis, besprechen und organisieren alles gemeinsam. Sie tun hier eine exzellente Arbeit mit den Kindern. Neuerdings hat eine pensionierte Nonne namens Sr. Agnes (Einheimische ehem. Leiterin der Lehrerausbildung in Moroto) die Leitung der Senager übernommen. Im Bild übernimmt sie gerade die Übersetzung meiner Willkommensrede ins Karamojong bei der Einweihung unserer Gebäude am 25.2.19. Sie ist auch stellv. Schulleiterin.

Es war begeisternd, dass unsere 250 Kinder, die dazugehörigen Eltern und viele Dorfbewohner an dem ersten großen Gottesdienst in unserer Kirche teilnahmen, insgesamt 900. Dazu kamen 30 Europäische Besucher, 30 Honoratioren aus Moroto und natürlich unsere 40 Mitarbeiter, insgesamt 100. Dies überstieg das Fassungsvermögen unserer Kirche, sodass wir Zelte aufstellten.

Es war eine logistische Herausforderung 1000 Menschen ausreichend mit Essen und Trinken zu versorgen. Wir waren zwar nicht 5000, aber auch bei uns blieb etwas übrig und alle waren glücklich. In den nächsten Bildern seht ihr wie sich die Flut der Menschen zu den Orten der Einweihung ergoss: Headquarter, Senager Compound, Kindergarten und Wohnheim OASIS. Dabei wurde getanzt, gehüpft und gesungen. Die Gebäude wurden von den VfA Direktoren eingeweiht und gesegnet.

 Somit war die Feier eine runde Sache und wir haben viel Grund um Gott für alles zu danken.

 

Zitate:

Nun noch etwas Wissenswertes über Karamoja von Mariel Janz. Sie war viele Monate VfA Volontärin im JACK ("Jesus Agabe Center Karamoja" = das VfA Projekt in Karamoja) und schrieb u.a. folgenden Text.

 

"Rolle zwischen Mann und Frau:

Die Männer sind für die Herden verantwortlich, was bedeutet, dass sie viel umherziehen. Oft sieht man sie unter einem Baum sitzen und Alkohol trinken oder liegen und schlafen. Wenn ein Junge erwachsen wird, kommt er in eine Gruppe Jugendlicher seines Alters. Diese Gruppe sitzt dann ebenfalls oft unter einem Baum und diskutiert. Je älter die Gruppe ist, desto mehr hat sie zu sagen. Die älteste Gruppe ist dann der Ältestenrat, der wichtige Entscheidung trifft und sich um Rechtsstreitigkeiten kümmert. Sie führen auch die ganzen „satanischen“ Rituale durch. Außerdem wird auch gerne gejagt. Ansonsten tragen sie nicht viel zur Ernährung der Familie bei. Wenn sie nach Hause kommen, erwarten sie etwas zu essen.

 

Die Frau ist dafür verantwortlich, dass Essen da ist. Sie ist wie eine Sklavin des Mannes, eigentlich für alles verantwortlich und auf sich selbst angewiesen, da der Mann meist mehrere Frauen besitzt. Sie baut das Haus aus Lehm und Stroh (dieses gibt es nur auf den Bergen), um für sich und die Kinder einen Unterschlupf zu haben, besorgt Feuerholz, Nahrung und Wasser, um die Kinder zu ernähren bzw. zu versorgen. Außerdem sammelt sie im weit entfernten Busch Feuerholz und Aloe Vera, um es in der Stadt zu verkaufen. Einige Frauen suchen auch in der Goldmine nach Gold (Karamoja ist eine sehr rohstoffreiche Region – es gibt Gold, Erdöl, Diamanten, Weihrauch und Myrrhe). Da sie den eigentlichen Wert von Gold nicht kennen, leben sie trotzdem in kompletter Armut.

 

Rolle der Kinder:

Es gibt sehr, sehr viele Kinder in Karamoja. Meistens wird ihnen nicht viel Beachtung geschenkt. Sie sind kleine Arbeitskräfte und helfen auch im Haus mit. Im Alter von 3-4 Jahren müssen die Jungen helfen die Herden zu hüten. Sie sind dafür verantwortlich, dass kein Tier verloren geht. Geht eines verloren, wird das Kind dafür halb tot geprügelt. Der Vater erklärt dann, dass er den Jungen schlagen muss, da die Ziege fürs Weglaufen nicht geschlagen

werden kann. Die Mädchen helfen den Frauen bei all den anfallenden Arbeiten, wie zum Beispiel Wasser holen.

 

Alkohol und Tabak:

Überall findet man Gruppen von Leuten, die zusammensitzen und „local Beer“ aus Wasserkanistern trinken. Hinter ihren Ohren klebt oft ein klumpen Tabak, der unterwegs geschnieft oder gekaut wird. Wenn man in ein Dorf kommt, bemerkt man neben dem Geruch von Fäkalien einen starken Alkoholgeruch. Die Menschen betteln um Essen, Alkohol, Tabak und Geld. Gibt man ihnen Essen oder Kleidung verkaufen sie das oft, um an Tabak oder Alkohol zu gelangen. Von Kindheit an werden diese Menschen an Alkohol gewöhnt. Sie versuchen damit die Schmerzen zu betäuben, die der Hunger, das Leben und die Umstände hervorrufen. Auch Schwangeren wird dringend geraten Alkohol zu trinken, da dies die Kinder groß und stark mache. Dadurch leiden viele Kinder an Konzentrationsschwäche oder anderen körperlichen Problemen.

 

Witch-Craft:

Die Karamojong sind gefangen in einer Welt von Witch-Craft, Kinderopfergaben und Dämonen... Oft beten sie irgendwelche Götter an oder opfern ein Kind, damit es zum Beispiel regnet. Zudem gehen sie bei Krankheiten zu Witch-Craft-Doktoren, wodurch sie die Türen für Dämonen in ihrem Herzen aufmachen."

 

Doch so negativ das alles auch klingen mag, durch Jesus kommt Licht und Veränderung nach Karamoja! 

 

 

So haben zum Beispiel die Senioren, die ins "Senager"-Dorf eingezogen sind, nun doch zugestimmt auf Alkohol und Drogen zu verzichten und beginnen damit einen neuen Lebensabschnitt. Im besonderen lernen auch die Kinder über Gottes Wort und wie man ein Leben im Licht, nach Gottes Maßstäben leben kann.

 

Wir wollen schließen mit den Zitaten von Gottes Wort, die nun auf den neu angefertigten Einweihungstafeln stehen:

 

Headquarter:

Exodus 17:6: I will stand before you on a rock at Mount Sinai. Strike the rock, and water will come out of it for the people to drink. Moses did so in the presence of the leaders of Israel.

Du wirst sehen, dass ich dich am Berg Horeb erwarte und dort vor dir auf einem Felsen stehe. Schlag mit dem Stab an diesen Felsen! Dann wird Wasser aus dem Stein herausströmen, und das Volk kann trinken. (2. Mose 17,6)

 

Kindergarten:

Matthew 19:14: Jesus said: “Let the children come to me and do not hinder them; for to such belongs the kingdom of heaven!”

Doch Jesus sagte: “Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes himmlisches Reich.“ (Matthäus 19,14)

 

Senager Dorf:

Matthew 11:28: Jesus said: ”Come to me, all of you who are tired from carrying heavy loads, and I will give you rest.”

Jesus sagte: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28)

 

Internat “OASIS”:

Exodus 15:27: Then they traveled on to an oasis called Elim, where there were 12 freshwater springs and 70 palm trees with dates. They set up camp there next to the waters.

Dann brachen die Israeliten wieder auf und erreichten Elim, eine Oase mit zwölf Quellen und siebzig Palmen. Dort schlugen sie ihr Lager auf. (2. Mose 15,27)

 

Wir danken euch für eure Gebete!

 

Seid gesegnet.

Eure Volker und Ruth

 

PS: Solar-Kreuz bei Nacht

 

 

Please reload

Vision for Africa Intl.

© 2016 | 2019 Vision for Africa Intl.| Impressum | Haftung | Datenschutz