Die Geschichte eines Mädchens

Ein schöner Bericht von PROUganda, unserer Prothesenwerkstatt hat uns erreicht:

 

Ein kleines Mädchen

 

 

Vor etwa vier Jahren hat ein kleines Mädchen im afrikanischen Uganda das Licht der Welt erblickt. Die Eltern, körperlich und mental völlig erschöpft von der Geburt, freuen sich, dass das Kind endlich da ist. Der kleine Kopf, Schultern, Arme sind alle dran, aber wo sind die Beine? Das linke Bein ist da, aber das rechte Bein fehlt zur Hälfte. Es ist einfach nicht da. Wer kann da noch Worte finden? Wer kann wissen, was im Kopf der Eltern vorgegangen sein muss? Die kleine Familie ist abhängig von den Fischen, die der Vater im Lake Albert fängt. Die Mittel reichen gerade für das Nötigste aus. Was kommen da für Gedanken? Die Eltern entscheiden sich für das Kind, für das Leben, was Gott geschenkt hat. Das Kind wird älter, reagiert auf das Reden der Eltern, fängt an, das Lächeln nachzuahmen, greift Gegenstände, setzt sich auf, plappert, robbt, zieht sich hoch und versucht zu stehen. Das alles mit einem Bein. Vermutlich haben die Eltern versucht eine Prothese für ihre Tochter zu besorgen, aber der Preis für eine Prothese ist unerschwinglich. Viele Menschen sind glücklich, wenn sie überhaupt etwas Geld haben. Selbst ein paar Krücken kosten schon 13 Euro.

 

So wird das Mädchen älter, ohne Hoffnung darauf, dass sich etwas an der Situation ändert. Als das Mädchen etwa zwei Jahre alt ist, hören die Eltern von einer Organisation namens PROUganda. Angeblich sollen dort Prothesen kostenfrei für alle gebaut werden. Kann man das glauben? Das macht keine andere Organisation. Ist das wirklich wahr? Alleine die 12 Stunden Fahrt vom Außenbezirk bis in das Zentrum des Landes ist eine Tortur, von den Kosten ganz zu schweigen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dem Kind zu helfen, muss man es probieren. So machen sich Vater und Tochter auf den Weg. Vom Lake Albert im Nordwesten Ugandas bis in den Mukono Distrikt, auf dem Weg schon voller Freude. Am Ort angekommen, werden sie nett empfangen. Das Mädchen wird begutachtet und die Maße werden genommen. Dann kommt die große Ernüchterung mit der Aussage: „Wir können euch helfen! Aber jetzt noch nicht. Wir brauchen erst die richtigen Passteile und müssen noch Sponsoren für unsere Arbeit suchen. Seid bitte geduldig.“ Mit diesen Worten sind Vater und Tochter wieder nach Hause geschickt worden und haben eineinhalb Jahre auf einen Anruf gewartet.....

 

Der Anruf ist gekommen. Der Gipsabdruck wurde gemacht und eine Prothese gebaut. Das Kind, mittlerweile vier Jahre alt, ist zum ersten Mal in seinem Leben gelaufen, gesprungen, gerannt – als hätte es schon immer zwei Beine gehabt. Was für ein Wunder!

 

Vielen Dank sagt Pretty, das kleine Mädchen, welches jetzt auf zwei Beinen läuft. Auch von mir, Aaron Bremer (Facharbeiter vor Ort) Vielen Dank für Eure / Ihre Unterstützung

 

Verwendungszweck   „Orthopädie /Prothesenwerkstatt PR 101"

 

 

 

 

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