Elshaddai Praise - Erste Geburt in der Klinik am Gebetsberg

Wie die Erfüllung von prophetischen Schriften, so verlief die Geburt des ersten Babys auf dem Gebetsberg.

 

Wie die Erfüllung von prophetischen Schriften, so verlief die Geburt des ersten Babys auf dem Gebetsberg. Es geschah nicht lange nach der geschäftigen Weihnachtspause, als der normale Arbeitsalltag in der Jehovah Rapha Klinik II Tongolo wieder begann, wider Erwarten – Gott sei gedankt – ohne allzu komplizierte medizinische Fälle; gewiss hatte Gott in Seiner Position als Vater und Beschützer durch die ganze festliche Zeit hindurch gewirkt.

 

Nicht anders als an anderen Tagen des Monats, so war auch die Stimmung des 7. Januar wunderschön, als die helle Morgensonne hereinbrach, über den Umrissen der östlich gelegenen Hügel des Dorfes Tongolo aufgehend und in regenbogenfarben-leuchtenden Wolken gekleidet, die sich sanft wie ein Schleier über die Landschaft zogen.

 

Während ich in den dicken, kalten Frühnebel hinaufstarrte, der all die benachbarten südlichen Täler bedeckte, schweiften meine Gedanken wie rußiger Industriestaub in den vor mir liegenden Tag ab, in Sekundenschnelle verdampfte der Nebel, entschwand in der dünnen Luft und entfesselte die Hoffnung auf wunderbare Wärme tropischen Wetters.

 

Die drückende Hitze des sonnigen Tages klang noch bis in die späten Abendstunden nach, bis die wahre Schönheit eines kühlen, tropischen Tages zum Vorschein kam und schließlich die Dämmerung über die Täler Tongolos hereinbrach.

 

Innerhalb kürzester Zeit bließ die kalte Abendluft vom Victoriasee kommend über die Täler und Hügelspitzen, nahm die Wärme des Tages langsam aber unbarmherzig ein, und entzündete unmissverständlich die gewohnte Vorstellung eines zu Ende gehenden Tages. Wie die Zeit verging, so war die abendliche Geräuschkulisse der umliegenden Gegend bereits eingetroffen und schließlich wurde auch sie von der nächtlichen Stille überlagert... Nun war Schlafenszeit!

Wie immer, nahm ich mein Kissen und meine Decke und steuerte geradewegs auf mein Bett zu, platzierte sie feinsäuberlich in ihre gewohnte Position und bereitete mich auf den nächtlichen Schlafmarathon vor. Ein kurzer Blick auf die Uhr flüsterte zu meinen Augenliedern: "Es wird Zeit, dein immer wachsam blickendes Baby zuzudecken, diese fortwährend still-blickenden Augen." Mit beiden Händen zog ich die Decke hinauf bis an mein Kinn und wälzte mich tiefer in meine Matratze.

Als die Wärme den Schlaf herbeirief, bemerkte ich plötzlich, dass ich vergessen hatte, mein Nachtgebet zu sprechen. Mit schläfrigem Gemüt betete ich die Kurzversion – wobei ich mich nicht erinnern kann, das "Amen." ausgesprochen zu haben... Oh naja, manchmal passiert das eben.

 

Schon bald erfüllte das Geräusch sanften Schnarchens die nächtliche Luft, was der Uhrzeiger mit seinem regelmäßigen "Tick. Tack." untermalte. Derweil hatte ich schon längst den Raum verlassen und war meinen Träumen gefolgt; vielleicht hatte ich diese Nacht keine Albträume, sondern nur Visionen, vielleicht von der vergangenen, wundervollen Weihnachtszeit.

 

Schon kurz nach dem Schließen meiner Augen begann ich zu träumen. Es war wie ein gelebtes Märchen für mich, das mir einmal erzählt wurde, wie in frühreren Jahren, wenn mir mein Vater Geschichten vorlas. Der unklare Traum schien auf einer schönen Geschichte zu basieren, die mir mein "geistlicher Vater" einst erzählte. Die Geschichte wurde jedoch unsanft von einem beharrlichen Klopfen gegen meine Türe unterbrochen. Die Geschichte schien jedoch sehr spannend zu sein, denn mein Vater und ich gaben dem Klopfen an der Türe keine Aufmerksamkeit, doch der Besucher gab nicht auf und pochte unbeirrt weiter gegen die Türe, nun immer lauter und ständig wiederholend meinen Namen rufend: "Timothy! … Timothy!" …
Ich war etwas irritiert, warum ein Besucher zu einer derartigen Nicht-Besuchszeit kommen würde. Sodann entschied ich mich, der entschlossenen und hörbar aufgeregten Stimme zu antworten, und plötzlich rissen mich meine eigenen leise gemurmelten Worte aus dem Traum und ich fand mich wach in meinem Bett wieder. "Wow, es muss schon Morgen sein!", dachte ich sofort. Überwältigt von der aufgeregten Stimme, die mir so vertraut war, bemerkte ich erst, dass es nicht nur ein Traum gewesen war, sondern Joyce, die Hebamme unserer Klinik, der ich erst vor wenigen Stunden gute Nacht gesagt hatte, war der "Besucher", der so beharrlich gegen die Tür klopfte.

 

Hilflos sah ich mich verschlafen um und versuchte, im Stockdunkel den Lichtschalter zu ertasten und stolperte durch das ganze Zimmer, bis ich endlich die Tür erreichte. Ich öffnete und sah sie, die Hebamme mit einem Lächeln auf dem Gesicht, wie sie es immer hat, aber diesmal sagte ihr Gesichtsausdruck weit mehr aus. "Tut mir leid, dass ich dich aus dem Schlaf gerissen habe", sagte sie mitfühlend. "Oh nein, es ist okay, das ist doch Teil unserer Pflicht, macht gar nichts", antwortete ich sogleich und blickte dabei durch meine schlaferfüllten Augenlider, die ich erstmal reiben musste, um richtig wach zu werden. "Was ist es wohl diesmal?", fragte ich mich. "Bitte komm, die Frau des Lehrers, der oben wohnt, wurde diese Nacht in die Klinik eingeliefert, sie ist hochschwanger", erklärte sie aufgeregt. "Oh, warte, ich hole schnell die Schlüssel!", antwortete ich ihr nur. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, dass es erst Viertel nach zwölf, also kurz nach Mitternacht war.

 

Wir liefen die Klinik hinunter, während die kühle Brise der Nachtluft über die Täler Tongolos bließ. Da auf dem Bürgersteig vor der Klinik saß sie, die werdende Mutter und ihr fürsorglicher Ehemann... ja, manche sind nicht so! Ich grüßte ihn, öffnete die Tür zum Haupteingang der Klinik und schob sie direkt in die Geburtenstation, wo Joyce, die Hebamme sofort alle nötigen Untersuchungen durchführte. Die Untersuchungsergebnisse hielten uns wach bis 1:55 mitten in der Nacht, als wir plötzlich einen lauten Schrei hörten. Kurz danach als wir losliefen und dem Schrei folgten, da war alles schon passiert; hier war es: ein 3,1 Kilogramm schweres und 50 Centimeter großes Baby, ein laut schreiendes Mädchen! Das Baby wurde untersucht und keine Abnormalitäten wurden festgestellt, es war kerngesund – halleluja!

 

"Die traurigen Nachrichten von Todesfällen der Babies und Mütter während der Geburt, wie so oft gehört, sind vorbei!", schrie mein Herz beglückt auf.

 

Vielleicht fesselte die Freude unsere Herzen so sehr, dass nicht lange danach schon der Morgen hereinbrach und die guten Nachrichten die Luft erfüllten. Es sah so aus, als ob sogar die Wände Ohren hätten, denn zu meiner Überraschung rief ich am Morgen gleich Pastor Hans-Dieter an, um ihm die gute Nachricht mitzuteilen, wie ich ihn sagen hörte: "Hey Timothy, herzlichen Glückwunsch zur Geburt des Babys!", und nun heißt die Kleine "Elshaddai Praise", das erste Baby, das auf dem Gebetsberg das Licht der Welt erblickte.

 

Erzählt von Ochola Isaac Timothy, Medizinischer Klinikleiter, Jehovah Rapha II Klinik, Tongolo

 

 

 

Please reload

Vision for Africa Intl.

© 2016 | 2019 Vision for Africa Intl.| Impressum | Haftung | Datenschutz